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Raclette Beilagen machen den Unterschied zwischen einem netten und einem richtig gemütlichen Abend. Der geschmolzene Käse ist zwar der Star, doch erst mit den passenden Begleitern wird daraus ein Essen, bei dem alle gerne lange sitzen bleiben. In der Schweiz gehört Raclette spätestens ab Oktober zu den liebsten Gerichten für gesellige Runden – ob in der Stube, auf dem Balkon oder im Ferienhaus in den Bergen.

Hier findest du die klassischen Beilagen, Ideen für Gemüse, Fleisch und vegetarische Varianten, Richtwerte für die Mengen pro Person und Tipps, wie du den Abend entspannt planst. So kaufst du weder zu viel noch zu wenig ein.

Die Klassiker: Gschwellti, Cornichons und Silberzwiebeln

Wer in der Schweiz Raclette isst, denkt zuerst an Gschwellti – in der Schale gekochte Kartoffeln. Am besten eignen sich festkochende oder vorwiegend festkochende Sorten, weil sie beim Schneiden nicht zerfallen. Kleine Kartoffeln kannst du ganz lassen, grössere halbierst du am Tisch. Halte sie in einer Schüssel mit Deckel oder in einem sauberen Küchentuch warm, damit sie bis zum Schluss angenehm temperiert bleiben.

Dazu gehören die sauren Klassiker: Cornichons, Silberzwiebeln und Maiskölbchen aus dem Glas. Ihre Säure ist der perfekte Gegenpol zum würzigen Käse und sorgt dafür, dass jedes Pfännli wieder frisch schmeckt. Ein kleiner Tipp: Stell die Gläser nicht einfach auf den Tisch, sondern fülle den Inhalt in Schälchen um. Das sieht schöner aus, und alle kommen besser dran.

Raclette ist eines der bekanntesten Gerichte unseres Landes. Wenn du mehr über traditionelle Spezialitäten erfahren willst, lohnt sich ein Blick in unseren Überblick über die bodenständige Schweizer Küche.

Schälchen mit Cornichons, Silberzwiebeln und Maiskölbchen neben Kartoffeln in der Schale

Gemüse für das Raclette-Pfännli

Frisches Gemüse bringt Farbe und Abwechslung auf den Tisch. Schneide es in dünne Scheiben oder kleine Stücke, damit es im Pfännli unter dem Käse gar wird. Besonders gut eignen sich:

  • Peperoni in Streifen – rot, gelb oder grün
  • Champignons in Scheiben, roh oder kurz angebraten
  • Zucchetti und Auberginen in dünnen Scheiben
  • Cherrytomaten, halbiert
  • Frühlingszwiebeln in feinen Ringen
  • Broccoli- oder Blumenkohlröschen, kurz vorgegart
  • Spinat oder Rucola als frische Lage unter dem Käse

Hartes Gemüse wie Broccoli, Rüebli oder Kürbis solltest du vorher kurz blanchieren, sonst bleibt es im Pfännli zu bissfest. Wer gerne vorbereitet, kann einen Teil des Gemüses auch im Backofen rösten – Anregungen dazu findest du in unserem Artikel über einfach zubereitetes Ofengemüse. Auf der Grillplatte oben am Raclette-Gerät lassen sich Peperoni, Zwiebeln und Pilze zudem direkt anbraten.

Fleisch, Fisch und vegetarische Ideen

Ganz traditionell kommt Raclette ohne Fleisch aus. Viele mögen aber eine Platte mit Trockenfleisch und Aufschnitt dazu: Bündnerfleisch, Rohschinken, Coppa oder Salami passen gut zum Käse. Wer auf der Grillplatte brutzeln will, nimmt kleine Würstli, dünn geschnittenes Geflügel oder Speckwürfel.

Auch Fisch funktioniert: Crevetten oder Lachswürfel garen auf der heissen Platte in wenigen Minuten. Würze sie mit etwas Zitrone und Dill – das ergibt eine leichte Abwechslung zwischen zwei Käse-Pfännli.

Vegetarisch und vegan

Für eine vegetarische Runde sind Halloumi, Räuchertofu oder vorgekochte Kichererbsen eine gute Ergänzung. Viele Grossverteiler führen zudem pflanzliche Käsealternativen, die sich im Pfännli schmelzen lassen. Gib vegetarischen und veganen Zutaten eigene Pfännli und einen eigenen Bereich auf der Grillplatte, damit nichts mit Fleisch in Berührung kommt.

Saucen, Gewürze und Früchte

Zum Raclette braucht es eigentlich nur frisch gemahlenen Pfeffer und etwas Paprikapulver. Wer mag, stellt eine kleine Gewürzauswahl bereit: edelsüsser und geräucherter Paprika, Knoblauchpulver sowie getrocknete Kräuter wie Thymian oder Oregano.

Auch Süsses passt erstaunlich gut zum würzigen Käse. Probiere einmal Birnen- oder Apfelschnitze, frische Feigen, Ananas oder ein paar Baumnüsse unter dem Käse. Senffrüchte aus dem Glas sind ein weiterer Geheimtipp, denn sie verbinden Süsse und Schärfe. Ein Klecks Preiselbeeren oder Feigensenf rundet das Ganze ab.

Saucen sind kein Muss. Ein einfacher Kräuterquark oder ein Joghurt-Dip mit Schnittlauch passt aber gut zu Kartoffeln und Gemüse – vor allem, wenn Kinder mitessen.

Raclette-Pfännli mit geschmolzenem Käse über Birnen, Baumnüssen und Peperoni

Welcher Käse passt zu den Beilagen?

Die besten Beilagen nützen wenig, wenn der Käse nicht stimmt. Raclettekäse ist ein halbharter Kuhmilchkäse, der beim Erhitzen schön cremig schmilzt, ohne zu viel Fett abzugeben. Im Handel findest du ihn als Block, als Scheiben oder als halben Laib für das traditionelle Abschaben am offenen Feuer.

Neben dem klassischen Naturkäse gibt es viele aromatisierte Varianten, zum Beispiel mit Pfeffer, Paprika, Knoblauch, Kräutern oder Rauch. Ein guter Mix aus zwei bis drei Sorten macht den Abend abwechslungsreich. Kombiniere dabei kräftige Sorten mit milden Beilagen wie Kartoffeln und Birnen, während der milde Naturkäse gut zu würzigem Trockenfleisch und sauren Cornichons passt. Wer es besonders urchig mag, wählt einen Raclettekäse aus dem Wallis, der Ursprungsregion des Gerichts.

Wie viel pro Person? Die Mengen im Überblick

Die häufigste Frage vor jedem Raclette-Abend: Wie viel muss ich einkaufen? Die Sortenorganisation Raclette Suisse rechnet für ein Hauptgericht mit 200 bis 250 Gramm Käse pro Person (Produkteblatt von Raclette Suisse). Stehen viele andere Beilagen auf dem Tisch oder essen Kinder mit, reicht oft die untere Grenze. Für die übrigen Zutaten helfen dir diese Richtwerte aus der Praxis:

  • Raclettekäse: 200 bis 250 g pro Person
  • Kartoffeln: rund 200 bis 300 g pro Person
  • Gemüse: etwa 150 bis 200 g pro Person, verteilt auf mehrere Sorten
  • Trockenfleisch oder Fleisch (optional): rund 100 g pro Person
  • Cornichons, Silberzwiebeln, Maiskölbchen: je ein Glas für vier Personen

Kaufe den Käse am besten bereits in Scheiben von etwa drei bis vier Millimetern. Nimm ihn rund eine halbe Stunde vor dem Essen aus dem Kühlschrank, dann schmilzt er gleichmässiger. Übrig gebliebener Käse lässt sich gut weiterverwenden, zum Beispiel für Käseschnitten, einen Gratin oder Älplermagronen.

Getränke zum Raclette

Traditionell trinkt man zum Raclette Weisswein, etwa einen Fendant aus dem Wallis. Raclette Suisse nennt neben gehaltvollem Weiss- und Roséwein auch leichten Rotwein und helles Bier als passende Begleiter. Was rund um den Gerstensaft stimmt und was nicht, liest du in unserem Artikel Mythen über Bier.

Ohne Alkohol passen Kräutertee, Schwarztee oder ein naturtrüber Apfelsaft. Ein Krug warmer Tee gehört in vielen Schweizer Familien beim Raclette einfach dazu.

So planst du deinen Raclette-Abend

Mit etwas Vorbereitung bleibt am Abend selbst mehr Zeit für deine Gäste. So kannst du vorgehen:

  • Am Vortag: Einkaufsliste nach Personenzahl erstellen und Käse in Scheiben besorgen.
  • Am Nachmittag: Gemüse waschen und schneiden, hartes Gemüse blanchieren, Schälchen bereitstellen.
  • Eine Stunde vorher: Kartoffeln aufsetzen – je nach Grösse brauchen sie 20 bis 30 Minuten.
  • Eine halbe Stunde vorher: Käse aus dem Kühlschrank nehmen, Gerät aufstellen und vorheizen.
  • Am Tisch: pro Person ein bis zwei Pfännli und einen kleinen Holzspachtel bereithalten.

Stell das Raclette-Gerät stabil in die Mitte des Tisches und achte darauf, dass das Kabel niemandem im Weg ist. Bei einer grossen Runde lohnen sich zwei Geräte, damit niemand lange auf sein Pfännli warten muss. Und falls am Tisch darüber diskutiert wird, ob es nun Gschwellti oder Härdöpfel heisst, hilft dir unser Artikel über witzige Luzerner Ausdrücke weiter.

Häufige Fragen

Welche Kartoffeln eignen sich für Raclette?

Am besten nimmst du festkochende oder vorwiegend festkochende Kartoffeln. Sie behalten beim Kochen und Schneiden ihre Form. Kleine Sorten kannst du ganz in der Schale servieren.

Wie viel Raclettekäse rechnet man pro Person?

Für ein Hauptgericht rechnet Raclette Suisse mit 200 bis 250 Gramm Käse pro Person. Gibt es viele weitere Beilagen oder essen Kinder mit, reicht meist die untere Grenze.

Kann ich Raclette Beilagen vorbereiten?

Ja. Gemüse kannst du einige Stunden vorher schneiden und gekühlt aufbewahren, hartes Gemüse vorab blanchieren. Die Kartoffeln kochst du am besten frisch, damit sie warm auf den Tisch kommen.

Was passt zu Raclette ausser Kartoffeln?

Beliebt sind Peperoni, Champignons, Zucchetti, Cherrytomaten, Trockenfleisch, Früchte wie Birnen oder Ananas sowie saure Beilagen wie Cornichons und Silberzwiebeln. Auch ein Stück Brot passt gut dazu.

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